Donnerstag, 19. Oktober 2017

29-2017: Bahnfahren steht auf Messers Schneide

Barrierefrei mit der Deutschen Bahn reisen? Dies könnte schon bald der Vergangenheit angehören, so die Pläne des Konzerns. Konkret heißt es, dass die Fahrgäste mit Gehbehinderungen oder schweren Koffern demnächst wieder auf sehr viel mehr fremde Hilfe angewiesen sind. Aber auch Familien mit Kindern also auch mit Kinderwagen hätten extreme Reiseprobleme. Die Deutsche Bahn plant einen großen Schritt in Richtung Vergangenheit, leider.



Zum Sachverhalt: Laut einer Bahnverordnung müssen Bahnsteige eine Höhe von  71cm haben; für ostdeutsche Bahnhöfe wurde vor ein paar Jahren eine Höhe von 55cm in einer Sondervereinbarung mit den Bundesländern festgelegt. Folglich passten Zugbetreiber die ostdeutsche Höhe bei ihren Bahnen an, sodass ein barrierefreier Zugang geschaffen wurde.

Nun rudert die Deutsche Bahn jedoch zurück und beruft sich auf die Eisenbahnbau- und Betriebsordnung, darüber könne man sich nicht einfach hinwegsetzen. Neue Bahnsteige müssen wieder aufgerissen und höher gesetzt werden. Dabei entstehen voraussichtliche Kosten von mindestens 1 Milliarde Euro! Natürlich alles bezahlt vom Steuerzahler.

Man könnte es für ein schlechtes Possenspiel halten, wenn es nicht bittere Realität wäre. Auch zeigt diese Situation, wie wenig Rückgrat die Deutsche Bahn damit beweist. Sicherlich wäre es mit Hilfe der Bundesländer leicht möglich gewesen, die Verordnung entsprechend abzuändern und die Unterstützung der Bundesländer steht dabei außer Frage.

Den Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn kann man daher nur wünschen nie in eine Situation zu kommen, wo sie mit echten Barrieren zu kämpfen haben. Vielleicht wäre so etwas jedoch nicht so übel, denn anschließend könnte daraus eine große Kenntnis für die Zukunft erwachsen. Traurig ist es allemal, dass sich die Deutsche Bahn anscheinend überhaupt nicht für die UN Behindertenrechtskonvention interessiert.

Quelle:


http://www.tagesschau.de/inland/bahnsteigkante-101.html

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