Freitag, 4. August 2017

17-2017: Pflanzen zwischen Verbot und Legalität

Raten Sie einfach mal, von welcher Pflanze nachfolgend die Rede ist.

Die Niederlande, die im 17./18. Jahrhundert eine Vormachtstellung auf See genossen, hatte auch auf den Handel dieser Pflanze das Sagen. Der preußische Staat unter Friedrich dem Großen eignete sich das Monopol auf den Handel innerhalb seiner Grenzen an und schloss Privatkaufleute davon aus. Das Verbot jedoch beflügelte den Schmuggel. 15 Jahre später verbot man sogar die Weiterverarbeitung und setzte wortwörtliche Schnüffler ein, die die illegal arbeitenden entdeckten sollten. Das alles half nichts, stattdessen hob man das Staatsmonopol auf. Dabei konnten es sich ursprünglich nur die Gutbetuchten leisten, also Adel und reiche Bürger.

Die Rede ist natürlich vom Kaffee. Dabei waren die Bohnen nicht die einzigen reglementierten Pflanzen. Ebenso in Preußen verbot man gar gänzlich den Tee. Gewissermaßen führten auch andere Pflanzen einen Rausch herbei, welcher bereits im 18. Jahrhundert zu unzähligen Toten führte: Das Getreide. Oder besser gesagt, dass zu dem man die Pflanze weiterverarbeitete, nämlich Hochprozentiges. In den USA des 20. Jahrhunderts scheiterte die Prohibition kläglich.

Und heutzutage? Die Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht usw. sind unter anderem unserer Ernährung geschuldet. Bewegungsmangel, Zucker, Fett und Salz. Wenn dann noch das Rauchen dazukommt, sollte man sich auf keinen sehr langen Lebensabend einstellen.

Was also als verpönt oder illegal gilt, muss immer im Spiegel der Zeit betrachtet werden. Auffallend ist, dass etwas solange als illegal gilt bis der Staat, egal zu welcher Zeit, die Besteuerung als lukrativ empfindet. Natürlich vergisst die Politik gerne, dass verbotene Sachen einen gewissen Reiz ausüben.  

Quelle:


Karfunkel Nr. 120

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