Montag, 6. Februar 2017

03-2017: Wer reformierte die Krankenpflege?

Ob sich die Krankenpflege so wie wir sie kennen, ohne Florence Nightingale entwickelt hätte, lässt sich schwer sagen. Wichtiger ist, sie war es, die die Krankenpflege im 19. Jahrhundert reformierte.




















Frauen in der westlichen Welt waren für damalige Verhältnisse zwar freier als vielerorts in anderen Teilen der Welt, dennoch waren sie von einer Gleichberechtigung meilenweit entfernt. Männer regierten, Männer machten Gesetze, Männer durften studieren und auch nur Männer durften Ärzte werden. Überhaupt war es so eine Sache mit der Medizin. Der Mensch war krank und Ärzte behandelten den Körper. Seelsorge war Aufgabe der Priester. Frauen hatten weder in Medizin noch im Priesteramt etwas zu suchen. Ironie? Wohl eher bitterer Sarkasmus.

Frauen waren in unseren Breitengraden Jahrhunderte zuvor Priesterinnen und Heilerinnen. Das sie von all dem ferngehalten wurden, war ein großer Fehler. Ob Florence Nightingale von all dem wusste, können wir nicht mehr sagen. Sie selbst entstammte einer wohlhabenden Familie aus Großbritannien. Durch ihre Religion bestärkt, glaubte sie an sozialen Fortschritt und empfand eine moralische Verpflichtung gegenüber ihren Mitmenschen. Die Pflegerinnen ihrer Zeit waren zumeist Frauen ohne Grundkenntnisse, die keine anderen Anstellungen fanden. Nachdem Florence miterleben musste, wie ein Patient auf Grund der Unfähigkeit einer unausgebildeten Pflegerin starb, beschloss sie, dass sich etwas ändern muss.

Als sie ihrer Familie ihre Ideen darlegte, begegnete dieser ihr mit Ablehnung. Der Pflegeberuf war damals wie heute nicht sehr angesehen. Sie gründete die erste Form eines Pflegeheimes. Für den damaligen Stand war es eine echte Neuerung. Ein Haus, in dem eine kleine Schwesternschaft lebte, sollte sich um Kranke, Verwundete und Alte kümmern. Ähnliche Ideen existierten bereits. Kurz und knapp: In Folge des Krimkrieges von 1853 bis 1856 wurde der Gesellschaft schlagartig bewusst, dass es nicht genug Pflegekräfte gab, die sich um die verwundeten Soldaten kümmern konnten. Der zuvor gegründeten Nightingale School of Nursing kam eine große öffentliche Spende zu Gute.

Florence Nightingale gelang es eine organisierte Grundausbildung auf die Beine zu stellen. Durch eine Stiftung erhielten nicht Privilegierte Unterkunft und Unterhalt, so dass sie sich ganz ihrer Ausbildung widmen konnten. Neue Pflegekräfte lernten von Erfahrenen. Ein Bereich, der vormals nur Geistlichen und meist Ungelernten zur Verfügung stand wurde nun endlich professionalisiert.

Zum Weiterlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Florence_Nightingale

http://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=3076

http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2010-08/nightingale-krankenpflege


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