Montag, 11. Januar 2016

04-2016: Sicherheit erhöhen bei Pflegeauswahl

Nun ist er eingetreten, „der Pflegefall“. Ob nun selbst betroffen, Familienangehörige oder Freunde, viele Fragen stehen an. Als erstes sollte die Entscheidung getroffen werden, ob

-       ein Leben im heutigen zu Hause (ambulant)
-       in Wohngruppen bzw. Wohnanlagen (ambulant)
-       oder im einem Altenpflegeheim (stationär) gewünscht wird.

Natürlich hängt diese Entscheidung oft auch vom gesundheitlichen Wohlbefinden der jeweiligen Person ab.

Wenn Sie sich für eine ambulante Versorgung zumeist durch einen Pflegedienst entscheiden, sollten vorher ein paar Grundlegende Fragen geklärt werden.


1.    Frage: Bietet der ausgewählte ambulante Pflegedienst ein unverbindliches und kostenfreies Beratungsgespräch an?
Wenn die Antwort ja lautet, sollte zusätzlich darauf geachtet werden, ob es flexible Büroöffnungszeiten bzw. Erreichbarkeiten gibt. Außerdem ist es von Vorteil, dass der Pflegedienst auf Wunsch auch das Erstgespräch beim Pflegebedürftigen zu Hause durchführt, da gerade bei erhöhter Inmobilität das verlassen der Häuslichkeit eine Herausforderung darstellt.

2.    Frage: Welche Leistungen bietet der ambulante Pflegedienst an?
Optimal wären Leistungen der Grundpflege, der medizinischen Behandlungspflege, der Hauswirtschaft, Betreuungsleistungen sowie Verhinderungspflege. Somit ist fast das gesamt Spektrum des alltäglichen Lebens der Person in der eigenen Häuslichkeit abgedeckt. Ein extra Bonus wäre eine Beratung zu barrierefreien Umbaumöglichkeiten.

3.    Frage: Wie ist der Pflegevertrag gestaltet?
Bevor überhaupt Leistungen erbracht werden, sollte ein unverbindlicher Kostenvoranschlag mit detaillierter und individueller Leistungsplanung erfolgen. Sowohl die ausführliche Erklärung der einzelnen Positionen, als auch die Pflegezeiten sollten vorher abgestimmt werden.

4.    Frage: Welche Kosten werden von wem getragen?
Im Pflegevertrag sollte eine klare Struktur erkennbar sein, wer welche Kosten zu tragen hat. Je nach dem welche Pflegestufe vorhanden ist, übernimmt die Pflegekasse entweder einen Teil oder die gesamten Pflegekosten. Zu beachten ist allerdings, dass immer ein kleiner Eigenanteil selbst zu bezahlen ist. Dieser nennt sich Investitionskosten. Dieser liegt gewöhnlich zwischen 5 bis 10 Prozent der gesamt angefallenen Kosten der Pflege.

5.    Frage: Bestehen Kooperationen mit anderen Anbietern des Gesundheitswesens?
Für eine allumfassende Pflege sind gute Partner unerlässlich. Somit sollte ermittelt werden, wie die Kooperation des Pflegedienstes zu ihren Arztpraxen bzw. zu möglichen Spezialisten in der Umgebung ist. Außerdem ist die Vermittlung zu Tagespflegeinrichtungen oder „Essen auf Rädern“ von Vorteil, genauso wie Friseur- und Fußpflegetermine in der Häuslichkeit.


Dieser kleine Leitfaden kann Ihnen eine Unterstützung sein, bei der Qual der Wahl. Ihr persönlicher Eindruck ist natürlich ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium und die Kombination aus beiden, sollte Ihre eigene Sicherheit erhöhen die richtige Entscheidung zu treffen.


Wir nehmen uns gerne die Zeit für Sie, wenn Beratungsbedarf besteht. Erste Informationen sind auf unserer Internetseite zu finden und mehr bei einem Besuch in unserem Servicebüro.

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