Mittwoch, 2. Dezember 2015

81-2015: Neues in der Pflege 2016

Das Hin und Her der Politik... Seit Mitte November gibt es nun endlich ein wenig Klarheit was sich in der Pflege ändern soll. Die Aussagen sind noch recht allgemein gehalten und deshalb sollen ein Paar mehr beleuchtet werden.

  1. Aussage:
„Die Beratung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen wird verbessert. Die Pflegekassen benennen feste Ansprechpartner für die Pflegeberatung. Pflegende Angehörige erhalten einen eigenen Beratungsanspruch. Die Zusammenarbeit aller Beratungsstellen vor Ort wird gestärkt.“

Kommentar:
Wie genau diese Verbesserung aussehen soll, ist momentan nicht zu
ermitteln. Bereits heute gibt es Pflegestützpunkte, welche diese
Beraterfunktion übernehmen. In Sachsen – Anhalt übernehmen es die
einzelnen Krankenkassen oder Pflegedienstleister selber, da es keine
Stützpunkte gibt. Eine wirklich unabhängige Beratung mit festen
Ansprechpartner ist in der momentanen Finanzierungstruktur nicht
vorgesehen. Einige Kassen ermöglichen allerdings bereits kostenfreie
Beratungen für pflegende Angehörige. Mehr dazu auf unserer Seite
beschrieben.

  1. Aussage:
Der Zugang von Pflegebedürftigen zu Maßnahmen der Rehabilitation wird gestärkt, indem die Pflegekassen und Medizinischen Dienste wirksame Verfahren zur Klärung des Rehabilitationsbedarfs anwenden müssen.

Kommentar:
           Es ist absolut sinnvoll auf eine gezielte Rehabilitation zu setzten. Doch
           meistens ist diese nur in speziellen Einrichtungen weiter weg vom Wohnort
           möglich. Eine Angebotserweiterung im ambulanten Bereich, also nah am
           Wohnort ist ein wichtiges Bindeglied. Kurze Wege und Kontinuität erhöhen die
           Chancen für ein gleichmäßiges Wohlbefinden des Einzelnen.

  1. Aussage
Die Pflegekassen werden zur Erbringung von primärpräventiven Leistungen in stationären Pflegeeinrichtungen verpflichtet. Ziel ist, die gesundheitliche Situation der Pflegebedürftigen zu verbessern und gesundheitliche Ressourcen und Fähigkeiten zu stärken. Durch das Präventionsgesetz werden die Pflegekassen hierzu im Jahr 2016 insgesamt rund 21 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

            Kommentar:
            Deutschland setzt im Gesundheitsbereich eher auf Nachsorge als auf
            Vorsorge. Präventive Angebote gibt es, keine Frage. Doch weder in hoher
            Anzahl noch individuell auf die Personen angepasst. Nun sollen die
            Pflegekassen in stationären Einrichtungen verpflichtet werden solche
            Leistungen anzubieten. Gibt es dafür eigentlich das Fachpersonal, welches
            expliziert geschult ist auf die unterschiedlichen Grade der Pflegestufen und
            damit Hilfebedürftigkeit einzugehen? Auch in der Ambulanz finden sich eher
            selten präventive Kurse für Pflegebedürftige.


Wie sind Ihre Erfahrungen und wie sehen Sie den „Neuerungen“ entgegen?
           


Quelle:



1 Kommentar:

  1. Meiner Meinung nach müsste viel mehr Geld investiert werden, um die schlimmen Folgen zu verhindern. Zu warten bis das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist keine sinnvolle Lösung.

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