Donnerstag, 25. Juni 2015

43-2015: Pflegerazzia – ein Kommentar

von Oliver Jäger

Heute ist Kopfkino angesagt! Denken Sie an Gotham City aus den Batman Comics. Für all jene die damit nichts anfangen können, denken Sie an ein New York der 1920er Jahre. Dreckige Seitengassen, Straßen voller Verbrecher und alles in der Hand einiger Mafia-Familien. Ein Menschenleben ist nur so viel wert, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen. Dunkle Wolken türmen sich über den Dächern der Stadt auf und Blitze erleuchten den nächtlichen Himmel. Skandale gehören zum täglich Brot. Kaum etwas schockiert noch die Menschen. So romantisch es sich für einige anhören mag, ist einem die wahre Welt doch lieber, oder nicht? Doch was ist schon die Fiktion gegenüber der Realität, die weitaus abstoßender ist, als das meiste, was ein Mensch sich ausdenken kann.

Ich rede jetzt nicht von Begriffen wie ADAC- Mafia oder FIFA-Mafia. Das hier etwas schief lief, schien zumindest bei dem letztgenannten mehr als offensichtlich. Doch wie kann es überhaupt so weit kommen? Wie schaffen es diese Menschen über Jahrzehnte hinweg unentdeckt zu bleiben und am Ende ungestraft davon zu kommen? Die Antwort ist einfach: Sie kennen das System.

Nun ist Rostock nicht Gotham und die Schurken vor Ort haben auch keine Superkräfte, aber sie wissen ganz genau, wo man seinen Hebel ansetzen muss, um das ganze System zu knacken. Der Hintergrund: In der Hansestadt und weiteren Orten kam es zu einer Polizeirazzia bei einem privaten Pflegedienst. Sage und schreibe 52 Objekte durchsuchte die Polizei und sammelte Beweise. Falsche Pflegenachweise haben einen Schaden von über einer Million Euro angerichtet, Pfleger ohne entsprechende fachliche Qualifikation wurden bei dem Patienten eingesetzt. Die falschen Qualifikationsnachweise stellte ein Bildungsinstitut aus.

Das ganze lief seit November 2011, viel Zeit also um ordentlichen Schaden anzurichten und dabei rede ich nicht von Geld. Dass Pflegekräfte ohne jegliche Fachqualifikation eingesetzt wurden, war unverantwortlich für Leib und Leben der ihnen anvertrauten und Schutzbedürftigen Menschen.


Quelle:


http://www.welt.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/article142575230/Durchsuchungen-und-Verhaftungen-bei-Rostocker-Pflegedienst.html     

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