Montag, 1. Juni 2015

37-2015: Ade Profis?

Ein Skandal, sollte man eigentlich meinen, was man dieser Tage aus den Nachrichten erfährt und doch ist es eigentlich wenig überraschend, wenn man die Ohren spitzt: Angelernte Helfer übernehmen Aufgaben, die eigentlich nur Pflegefachkräfte ausüben dürften.

Gefördert von Bund und Länder, werden die sogenannten Betreuungskräfte. In Lehrgängen zwischen vier Wochen und einem halben Jahr werden diese ausgebildet, therapeutische Maßnahmen mit den Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen durchzuführen. Langzeitarbeitslose sollen über verschiedene Programme wieder in den ersten Arbeitsmarkt gelangen. In der Hierarchie stehen sie unter den Pflegehilfskräften, finanziell wie nach ihrer Verantwortung. Letztere nimmt aber immer stärker zu, zumal sie immer mehr Aufgaben in den Einrichtungen übernehmen müssen.

„Doch diese Maßnahme, die Erleichterung schaffen soll, hat nicht selten Besorgnis erregende Folgen. Denn die Betreuungsassistenten werden nach Recherchen der "Welt am Sonntag" vielerorts rechtswidrig eingesetzt. Sie waschen bettlägerige Bewohner, lagern sie im Bett um, füttern sie oder verabreichen ihnen Medikamente. Alles Aufgaben, die aus gutem Grund ausgebildetem Fachpersonal vorbehalten sind.“

Zu den angesprochenen Maßnahmen zählen Dinge, die für die Verantwortlichen  nebensächlich zu sein scheinen, für die Betroffenen aber lebenswichtig sind: Medikamentengabe, Lebensrettungsmaßnahmen, waschen, betten und vieles mehr.

Und die Probleme werden zukünftig zunehmen. Die Einstellung von Betreuungskräften wird finanziell durch den Bund gefördert, während der Mindestlohn den Kostendruck erhöht. Da es nun allerdings nicht mehr Geld durch die Pflegekassen gibt, muss anscheinend kreativ gehandelt werden.

Es ist erschreckend, was in der Welt am Sonntag zu lesen ist, doch überzeugen Sie sich selbst. Erschreckend ist aber auch, dass die Politik unfähig ist, sich ihre eigene Unfähigkeit auf diesem Gebiet einzugestehen. Das es anders geht, zeigen Projekte wie das Haus im Viertel in Bremen. Der Osten der Bundesrepublik setzt aber weiterhin auf den Heimneubau und für die Betreiber scheint es sich trotz der immer höher werdenden Kosten zu lohnen.


Quelle:


http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article141694133/Amateure-im-Altenheim.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen