Dienstag, 7. April 2015

25-2015: Positives Signal für selbstorganisierte WGs

Nach einer Pilotstudie, welche das Leben von Menschen mit intensiver Betreuung fern ab von Krankenhäusern in den Focus genommen hat, gab es eine klare Empfehlung der Forschungsgruppe:

„Sie befürwortet die im neuen Pflegestärkungsgesetz vorgesehene Förderung von Wohngemeinschaften für technologie-abhängige Menschen, speziell die "selbstverantworteter" WGs.“

Warum?

Durch den Personalschlüssel sei eine intensivere und zügigere Versorgung zu gewährleisten. Außerdem berichteten die Interviewpartner von deutlichen Verbesserungen von Gesundheitszuständen der Patienten in solchen WGs.

Die Ergebnisse der Pilotstudie decken sich mit unseren Erfahrungen aus eigenen oder Partnerpflegediensten. Allerdings ist die Organisation solcher selbstorganisierter WGs in NRW wesentlich anders als in anderen Bundesländern. In Sachsen und Sachsen-Anhalt bringt die Gesetzgebung extreme Herausforderungen mit sich. Es erweckt fast den Anschein, dass diese beiden Länder solche alternativen Wohn- und Pflegemöglichkeiten nicht möchten. Außerdem wird die Versorgung nur gemeinsam mit den Kranken- bzw. Pflegekassen gesichert, bei denen einige ebenfalls große Hürden aufstellen.

Entweder lehnen diese sofort die Versorgung in solchen WGs ab, oder Sie lassen bei den Verhandlungen der Pflegesätze für die intensive Betreuung den Traum platzen selbstbestimmt zu leben und zu wohnen.

Wenn sie die wahren Gründe dafür erfahren wollen, werden Sie bei den zuständigen Stellen keine eindeutige Antwort finden.

Natürlich sind auch andere Aspekte zu beachten, was zukünftige Möglichkeiten der Versorgung betreffen.

Eine intensive Versorgung zu Hause oder in Wohngemeinschaften bedingt einen höheren Personalbedarf. Kann dieser mit Sicht auf sinkende Personalzahlen weiter gewährleistet werden? 

Ein höherer Einsatz von Personal zieht erhöhte Kosten von z.B. Löhnen und Gehältern nach sich. Sind die Kassen dazu bereit, bei allgemein steigenden Zahlen von Pflegebedürftigen, die erhöhten Kosten für professionell ambulante Intensivpflege zu tragen?

Die Herausforderungen im Gesundheits- und Pflegebereich werden mit der Zeit mehr werden. Dies ist kein Grund die Augen zu schließen und zu hoffen, dass es einen nicht betrifft. Im Gegenteil, wir arbeiten an Alternativen und sind immer offen für fördernden Dialog. Wir legen auf eine MITEINANDER wert!

  

Quelle:

http://www.heilberufe-online.de/pflegeaktuell/meldungen/2015/150327.php

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