Sonntag, 22. September 2013

61. Blogbeitrag: Wohnprojektserie – Rheinland-Pfalz

Wohnen im Quartier ist ein großes Stichwort im Pflegebereich, das von den großen Verbänden bisher meist einfach ignoriert wurde. SoNAh - Sozialraumorientierte Netzwerke in der Altenhilfe - soll Netzwerkstrukturen schaffen, damit dass bisherige Leben von Senioren und Pflegebedürftigen weitestgehend aufrecht erhalten werden kann. Sieben Projekte starten in Hessen, sechs weitere in Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „SeniorTRAINERinnen“, welches vom Sozialministerium in Rheinland-Pfalz gefördert wird, startete bereits im Jahr 2002. Die Anzahl an Menschen, die sich zu den Trainern ehrenamtlich weitergebildet haben, ist beachtlich. Immerhin soll es bis Ende dieses Jahres die Zahl 350 erreicht werden. Doch was genau machen die „SeniorTRAINERinnen“? Sie bringen die unterschiedlichsten Projekte an den Start und zu einem hoffentlich erfolgreichen Gelingen. Dabei ist es die Vielfalt, gepaart mit den persönlichen Hintergründen die ihnen hilft ein breites Angebot zu schaffen..

„SeniorTRAINERinnen sind Frauen und Männer aus ganz unterschiedlichen Berufs- und Lebenskontexten, die ihre reichhaltigen Erfahrungen und Kompetenzen als ältere Menschen (senior) nach der Weiterbildung für ein selbst gestaltetes Ehrenamt an andere weiter geben wollen (training).“

Anlaufstellen für Interessenten gibt es über ganz Rheinland-Pfalz verteilt. Die Zielgruppen der ehrenamtlichen Helfer sind dabei nicht fest eingegrenzt, denn ihr Talent und Engagement komme der Gesellschaft im Allgemeinen zu Gute. So sind einige auf Bastelarbeiten mit Kindern spezialisiert, andere helfen beim Senior-Englischtraining und wieder andere sind einfach da, wo sie gebraucht werden. Kultur, Bildung und Beruf sind nur einige Betätigungsfelder, wo viele von ihnen eine Lebensaufgabe gefunden haben. Damit es aber nicht nur lose Projekte sind, werden die Einzelnen und die Gruppen in einem Netzwerk zusammengefasst, so dass die Kommunikation untereinander und die Aktualität des Netzauftrittes gewährleistet werden kann.

Die Stadt Konz geht einen anderen Weg der Demenztherapie. Im Seniorenhaus „Zur Buche“ wird ein Besprechungsraum nach einer Umgestaltung zum Aktivitätenraum. Auf einem begrenzten Platz soll den dementiell Erkrankten die Möglichkeit gegeben werden, ihre Fähigkeiten zu (re-)aktivieren. Handlungsort ist eine Wohnküche. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seiner Reaktion auf die Umgebung. Man weiß bereits, dass Menschen sich besonders gut daran orientieren können, was sie am häufigsten im Alltag gemacht haben. So muss man alle Einrichtungsgegenstände als Werkzeug betrachten, welches je nach Situation angepasst und ausgetauscht werden können. In diesem Projekt wird sogar versucht mit alten Küchenutensilien die Erinnerungen anzuregen und damit den Menschen etwas mehr Halt zu ermöglichen. Der Nutzen für den Bedürftigen steht dabei zu jederzeit im Vordergrund.  

„Besonderes Augenmerk wird auf individuelle, liebevoll zusammengestellte Details gelegt, die zu Entdeckungen und Erinnerungen einladen.“

Der große Wert, die der Persönlichkeit des Raumes gewidmet werden soll, ist bemerkenswert. Eine solche Atmosphäre in Verbindung mit den Aktivitäten und der Umgang mit den motivierten Mitarbeitern können sich extrem positiv auf den Gesundheitszustand auswirken. Dies bietet sich vor allem da an, wo nur wenig Platz zur Verfügung steht.



Quellen:

Magazin: Häusliche Pflege 01.2013 - Projekt SoNAh startet an sieben Standorten in Hessen

http://www.seniortrainer-rlp.de/startseite.html
 
http://www.demenz-rlp.de/gute-praxis-beispiele/konz

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