Sonntag, 14. Juli 2013

41. Blogbeitrag: Hilft Technik dem Menschen? Barrierefreiheit ein Muss!

Wir berichteten bereits von dem Therapie-Roboter „Paro“ (32. Blogbeitrag). Heute berichten wir über Assistenz-Roboter im Allgemeinen. Das Frauenhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt Geräte, die das alltägliche Leben von Pflegebedürftigen erleichtern sollen und vielleicht sogar dabei helfen können Leben zu retten. Das Vorzeigemodell ist der „Care-O-Bot® 3“. (Film in deutscher Sprache)



Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Funktionen, die das Leben erleichtern sollen. So kann der Assistenz-Roboter viele Dinge, wie z.B. eine Wasserflasche, mit seinem beweglichen Arm greifen und überreichen. Es mag sich banal anhören, deswegen möchten wir Ihnen ein Beispiel von einer an Demenz erkrankten Person bieten:

„Während Pflegekräfte bei der kontinuierlichen Anbietung ein Glas Wasser zu trinken auf Ablehnung stoßen und oft die Zeit fehlt dies weiter zu tun, kommt der Serviceroboter mit einem Glas Wasser und fragt freundlich, ob man denn ein Glas Wasser trinken möchte. Bei Verneinung fährt er in die Küche zurück, kommt nach fünf Minuten zurück und fragt erneut, ob man denn ein Glas Wasser trinken möchte. Dies macht der Roboter stets freundlich und mit stoischer Ruhe, bis die an Demenz erkrankte Person ihr Wasser trinkt.“

Dabei ersetzt der Serviceroboter keineswegs die Pflegekraft, sondern unterstützt diese bei ihren täglichen Aufgaben. Ziel ist es immer der Pflege selbst mehr Zeit einzuräumen. Fallen einfache Aufgaben, wie z.B. das Getränkeholen weg, mag es nur einige Minuten ausmachen, diese Zeit könnte man sich allerdings ebenso für die Person selbst nehmen. Ein kleiner netter Plausch schafft Vertrauen und baut eine Bindung auf.

„Das Ziel muss es sein, dass Technik mehr Zeit für die Pflege am Menschen schafft.“

Es gibt zudem noch weitere, kleinere Roboter, die bereits einsatzfähig sind und Leben retten. „sens@home ist ein sogenanntes „Sturzerkennungssystem“. Im Klartext bedeutet es, dass dieser kleine Helfer es merkt, wenn Sie oder ihr zu pflegender Angehöriger gestürzt ist. In diesem Fall macht er sich sofort auf den Weg zu Ihnen und informiert gleichzeitig Helfer, also z.B. einen Pflegedienst, einen Arzt oder eben Sie als Angehörigen. Über Telefon oder einen Tablet-PC kann zudem ein sofortiger Notfallkontakt hergestellt werden, so dass im Sturzfall eine schnelle Hilfskette gewährleistet werden kann.

Die Assistenz-Roboter sind nicht dazu gedacht den Menschen zu ersetzen, sondern ihm das Leben zu erleichtern. Solche Maschinen sind sinnvoll und vor allem praktisch, da eine 24-Stunden Betreuung nur in den seltensten Fällen gewährleistet werden kann. Die Erhaltung der Mobilität und die damit verbundene Schaffung für ein möglichst selbstständiges Leben kann durch den Einsatz von Robotern geschaffen werden. Eine große Barriere bildet der Preis, denn gute und zuverlässige Technik kostet viel Geld. Vielerorts ist ebenso die Akzeptanz noch nicht gegeben und auch eine Barrierefreie Umgebung ist dringende Voraussetzung, wenn die Technik fehlerfrei funktionieren soll.

Wir sollten die Zukunft nicht negativ sehen, denn Assistenz heißt Hilfe, nicht Ersatz.


Quellen:

Film: http://www.youtube.com/watch?v=s9CraxEzZLw

http://www.care-o-bot.de

Magazine: Häusliche Pflege 06.2013 - Fraunhofer zeigt Assistenzroboter
 
Magazine: Häusliche Pflege 06.2013 - Technik schafft mehr Zeit für die Pflege

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