Mittwoch, 26. Juni 2013

37. Blogbeitrag: Meine Wohnung kann laufen – Barrierefreies Wohnen

Bisher wurde das Thema immer nur mal kurz angeschnitten (15. Blogbeitrag), heute aber wollen wir diesem mehr Aufmerksamkeit widmen. Die Rede ist vom barrierefreien Wohnen. Dies betrifft vor allem Menschen mit einer körperlichen Behinderung, aber zunehmend auch Senioren. Deswegen muss sich mitnichten jemand ausgeschlossen fühlen, denn mal ganz ehrlich: Wäre es nicht auch toll, wenn Sie ihre Wohnung mit wenigen und leichten Handgriffen barrierefreier gestalten könnten?

Wenn Sie sich noch fragen, ob solche baulichen Maßnahmen erforderlich sind, dann machen Sie einmal einen Rundgang durch die Wohnung. Und damit Sie es besser nachvollziehen können, leihen Sie sich falls möglich eine Gehilfe, wenn nicht sogar einen Rollstuhl aus und testen, wie Sie nun in IHRER Wohnung zurechtkommen.

Man übersieht leider zu leicht die offensichtlichen Mängel.

Egal ob Haus oder Wohnung, Stufen und Treppen stellen auf einmal unüberwindbare Hindernisse dar. Im Glücksfall existieren zwar Rampen oder Treppenlifte, aber sind diese ohne weiteres für Sie so einfach zu meistern? Nur im Idealfall verfügt man vor Ort über einen Fahrstuhl. Nun sind Sie vor ihrer Tür angekommen, aber kommen Sie auch weiter? Die besagte Stufe in Form einer Türschwelle, nur ein kleines Hindernis für einen Menschen mit gesunden Beinen, versperrt Ihnen den Weg. Zudem könnte Ihnen die Tür selbst Probleme bereiten. Und was danach? Natürlich der Flur. Ist dieser breit genug für Ihre neuen Bedürfnisse oder stecken Sie bereits erneut fest?

Beginnen wir nach der (hoffentlich erfolgreichen) Meisterung des Flures mit einem Rundgang durch das traute Heim.

Das Bad

Bei der Toilette genügt es oftmals schon einfache Handgriffe anzubringen, obwohl dies für körperliche schwächere Menschen ebenso eine Barriere darstellen kann. In Südkorea hat man sich über eine Toilette Gedanken gemacht, die sowohl für „normale“ Menschen, wie auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gedacht ist:

http://nullbarriere.de/barrierefreie_toilette.htm 

Zudem existieren bereits höhenverstellbare Toiletten. Der Boden muss in der gesamten Wohnung, besonders aber im Bad, rutschsicher sein. Ein höhenverstellbares und unterfahrbares Waschbecken ist zusätzlich nötig. Versuchen Sie nun, sich ein Bad einzulassen und sich in die Wanne zu setzen. Für schwache Beine und Rollstuhlfahrer ist es oftmals unmöglich. Eine ebenerdige Dusche kann Ihnen in diesem Fall viel Ballast nehmen.

Das Schlafzimmer

Hier werden zwei Probleme sofort augenscheinlich: Das Bett und der Kleiderschrank. Für ein Bett sollte man auf eine solide und massive Bauweise achten. Aber keine Angst, die Möbelindustrie stellt keineswegs nur altmodisches und klobiges Zeug her. Sie mussten umdenken und das bietet für Sie die Möglichkeit, sich trotzdem stilvoll einzurichten.

http://barriere-freies-wohnen.de/tag/barrierefreie-mobel/

Ein großer Kleiderschrank ist äußerst praktisch. Versuchen Sie aber mal aus dem Rollstuhl heraus die oberen Fächer zu benutzen.

Küche und Wohnzimmer

Was bei dem Kleiderschrank gilt, gilt auch für jedes weitere Möbelstück. Eine Universallösung können wir Ihnen an dieser Stelle leider nicht anbieten. Handelsübliche Möbel lassen sich aber manchmal mit einfachen Handgriffen so umfunktionieren, dass Sie ihren Bedürfnissen entsprechen. Weiterhin gilt auch, dass Sie im Alter besseres Licht benötigen, denn mit dem Fortschreiten der Lebensjahre, lässt auch die Sehkraft nach.

Es ist wahrlich eine Mammutaufgabe, aber lassen Sie sich nicht einschüchtern. Für viele Umbaumaßnahmen erhalten Sie einen Zuschuss von den Kranken- und Pflegekassen. Und es ist stets auch Ihre Kreativität gefragt, denn nur Sie wissen, wie Sie leben wollen. Familie und Freunde werden Sie vielleicht tatkräftig unterstützen, wenn Sie um Hilfe bitten. Es wäre doch echt klasse, wenn die Wohnung so verstellbar ist, dass man mit wenigen Handgriffen viel verändern kann und so ganz individuell wohnt, eine laufende Wohnung eben. Wenn man weiterhin seinen Bedürfnissen nachkommen möchte, dann bitte so einfach wie möglich. Finden Sie nicht auch?

 

Quellen:

www.nullbarriere.de

http://www.myhandicap.de/moebel-behinderte-senioren-barrierefrei.html

http://barriere-freies-wohnen.de

Kommentare:

  1. Hallo, sehr guter Beitrag, danke fürs Mitteilen!
    Wir hatten ähnliche Probleme.Besonders problematisch war die alte Badewanne, die wir etwas renoviert haben. Damit die Idee des barrierefreien Bades erhalten bleibt, wurde eine Tür eingebaut. Auf http://www.magicbad.com gibt es Fotos auch von unserem Haus. Auch in der Küche wurden einige Sachen wie der Tisch ausgetauscht.

    Liebe Grüße

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  2. Hallo Andrea,

    wir das Team vom Pflege - BLOG freuen uns über jeden wichtigen Hinweis zum Thema "Barrierefreiheit". Jede Veränderung hin zu ein Stück mehr Lebensqualität kann nur gut sein für uns "Alle". Dieses Thema Umgestaltung der Lebensräume in barrierefreie Lebensräume betrifft die ganze Welt. Habt Ihr mehr solche Hinweise und/oder Anregungen, so schreibt einfach einen weiteren Kommentar an uns und wir werden dann diesen Kommentar wieder veröffentlichen. Das Team vom PFLEGE - BLOG Danke

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