Sonntag, 9. Juni 2013

32. Blogbeitrag: Tierroboter in der Pflege

Einsamkeit ist eine der schlimmsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann. Besonders stark sind ältere Menschen davon betroffen. Sobald die Kinder aus dem Haus sind, setzt Wehmut ein. Stirb dann aber noch der Lebenspartner, kann dieses Gefühl unerträglich werden. Menschen brauchen andere Menschen, um glücklich zu sein.

Nähe und Geborgenheit zu geben kann manchmal schwierig sein, vor allem bei Menschen mit Demenz. Denn für sie erscheinen viele Dinge täglich neu, die ihnen bis vor kurzem noch vertraut waren. Therapiemöglichkeiten existieren, damit die Krankheit extrem verzögert werden kann.

„Die Welt“ berichtete vor kurzem von einem Projekt, welches in bayrischen Altenheimen mit Robotern durchgeführt wird. „Paro“ ist eine therapeutische Roboter-Robbe aus Japan. Über deren Einsatz ist bereits eine heftige Debatte entbrannt. Moralische und ethische Gründe, dass es der falsche Weg sei Lebewesen durch Roboter zu ersetzen, werden von den Gegnern angeführt. Die Befürworter hingegen sehen den Einsatz als große Chance. Das schwierige an dieser Situation ist, dass beide Seiten recht und unrecht zugleich haben.

Gerade die Diskussion zeigt aber, wie wichtig es ist mehrere Wege zu beschreiten und miteinander zu kombinieren. Viele ältere Menschen fühlen sich in ihre Kindheit zurückversetzt, da es oftmals auch diese Erinnerungen sind, die ihnen noch verbleiben. So wird die Kuschelrobbe in den Armen zu dem eigenen Hund, der früher einmal ihr Gefährte war. Es wird berichtet, dass Menschen, die kaum noch in der Lage waren zu kommunizieren, plötzlich wieder anfingen aufzublühen und am sozialen Leben mit mehr Freude teilnahmen.

Diese Nachrichten sind erfreulich und geben Mut. Aber die Kuschelroboter dürften nur einen ersten Schritt darstellen. Die Therapiemöglichkeiten, für Menschen mit Demenz, haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. So ein Roboter kann als Einstieg für eine Therapie mit echten Tieren genutzt werden. Für die Betreuer hat es den Vorteil, dass sie sehen können, wie der Betroffene mit dem Roboter umgeht. Aus dem Verhalten könnten sie schließen, wie und mit welchem Tier am besten die Therapie begonnen werden kann. Mehr zum Thema Tiertherapien im 14. Blogbeitrag.

Durch Demenz können andere Verhaltensweisen bei den Betroffenen auftreten. Nicht selten schlägt eine friedliche Stimmung schnell in Aggression um (mehr dazu im 13. Blogbeitrag). Zudem kann es vorkommen, dass sich die Menschen vor echten Tieren fürchten könnten, bei den Kuscheltieren aber vertrauen fassen.

Nutzen wir also den Vorteil, den die Roboter mit sich bringen als Brücke zu den nachfolgenden Therapien. Wir dürfen nicht vergessen, dass eine Insellösung immer zu kurz greift und wir deshalb ein ganzheitliches Konzept brauchen. Dafür ist es notwendig neue Wege zu gehen und für Neuerungen offen zu sein.

 

Quellen:
 
http://www.welt.de/regionales/muenchen/article115960247/Warnung-vor-Kuschel-Robotern-fuer-Demenzkranke.html

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