Mittwoch, 5. Juni 2013

31. Blogbeitrag: Angst vor dem Psychotherapeuten

Der Gang zum Psychologen oder Psychotherapeuten stellt für viele von uns kein Problem mehr da. Fachlicher Rat kann Wunder wirken, wenn wir selbst nicht mehr weiter wissen. Vorbehalte existieren trotzdem noch, gerade bei der älteren Generation. Oftmals wird man im gleichaltrigen Freundes- und Bekanntenkreis für geistig verrückt gehalten, wenn man sich professionelle Hilfe suchen möchte. Dass dieses Bild vollkommen überholt ist, sollte vielen älteren Menschen noch bewusst werden.

„Es ist nie zu spät, an sich zu arbeiten, einen neuen Blick auf sich und die Welt zu entwickeln, sich zu verändern.“

Besonders betroffen sind jene Ältere, die ihren Partner verloren haben. Es entwickelt sich oft eine schleichende Depression, die bis zu einer Todessehnsucht führen kann. Vor allem für die nahen Angehörigen, also für die Kinder und Enkel, ist es dann schwierig, richtig mit der Situation umzugehen. Oftmals musste man im Laufe eines langen Lebens viele Verluste hinnehmen. An dieser Stelle angekommen, erwartet man manchmal nichts mehr vom Leben. Darunter leiden aber nicht nur sie selbst, sondern auch die Angehörigen. Für die Kinder ist es schwer nachzuvollziehen und für die Enkel, die mit ansehen müssen, wie liebgewordenes Großelternteil sich hängen lässt, ist es fast unerträglich.

Der Verband der Psychotherapeuten äußert sich zudem kritisch über Allgemeinmediziner, denn diese verschreiben noch zu oft Psychopharmaka, anstelle einer Therapie. Im 27. Blogbeitrag können Sie mehr zum Tabuthema Sucht – Medikamente lesen. Zudem fehlt vielerorts eine nötige Sensibilisierung für dieses Thema bei den Pflegekräften. Schuld daran sind aber nicht sie allein. Es wurde jahrzehntelang von dem Großteil der Gesellschaft versäumt, diese nötige Sensibilisierung herzustellen.

Wenn Sie also merken, dass Sie selbst oder ein Angehöriger professionelle Hilfe brauchen, schlagen Sie in der folgenden Broschüre nach:


Hier erhalten Sie eine kompakte Übersicht über das Themengebiet. Zudem wird ein Ablauf solch einer Therapie gezeigt. Sie erfahren, an wen Sie sich wenden können und wie Sie von der Krankenkasse dabei unterstützt werden.

Ein Verlust ist schmerzhaft und betrifft stets viele Menschen. Denken Sie erst einmal an sich. Und kümmern Sie sich um ihre Angehörigen, so wie diese sich um Sie kümmern. Sorgen und Probleme müssen gemeinsam angegangen werden und das schlimmste, was Sie in solch einer Situation machen können, ist sich der Welt zu verschließen.
 

Quellen:

http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Publikationen/Wenn_die_Seele_krank_ist_psychother
apie_NEU.pdf
 
http://www.aerzteblatt.de/archiv/76895/Psychotherapie-bei-Senioren-Zu-haeufig-Psychopharmaka-statt-Therapie

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