Mittwoch, 22. Mai 2013

27. Blogbeitrag: Tabuthema Sucht - Medikamente

In unserem heutigen Blog möchten wir ein weiteres Tabuthema ansprechen:
Die Medikamentensucht.

 

Dieses Problem ist nicht neu und Sie kennen es alle, sei es aus Film und Fernsehen oder sogar aus dem Bekannten- bzw. Familienkreis. Gewisse Medikamente können abhängig machen. Am häufigsten begegnet es uns dabei als Schmerzmittelsucht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung konkretisiert das Problem. Denn anders als Alkohol oder Tabak stellen Medikamente keine Genussmittel dar, sondern sollen zur Heilung bestimmter Krankheiten und Leiden dienen.

„Bei keiner anderen Substanz ist es so schwer, Gebrauch, Missbrauch und Abhängigkeit voneinander abzugrenzen.“

Mit zunehmendem Alter steigt der Durchschnitt der Leute, die auf Medikamente angewiesen ist und folglich auch deren Gebrauch. Seit dem Jahr 1985 werden jährlich die Arztverordnungen von Medikamenten ausgewertet, wobei diese Zahl weitestgehend gleich geblieben ist. Man kann sagen, dass sich die verordnete Tagesdosis aller 20 Lebensjahre verdoppelt. Damit sind die lebensnotwendigen Medikamente gemeint. Die Zahl sagt allerdings noch nichts über die genaue Wirkung der Medikamente aus. Typische Krankheiten, für deren Behandlung eine täglich Dosis notwendig ist, sind Diabetes und Herzkrankheiten.

Eine Abhängigkeit wird folgender Maßen definiert:

„Sucht wird verstanden als das zwanghafte Verlangen nach bestimmten Substanzen oder Verhaltensweisen, die Missempfindungen vorübergehend lindern und erwünschte Empfindungen auslösen.“

Sie sehen, wie schwierig es ist zwischen einer lebensnotwendigen Wirkung und einer Suchtwirkung zu unterscheiden.

Wie kann eine Medikamentensucht erkannt werden?

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Sucht zu erkennen, aber einfach ist es nie. Häufiger treten Suchterscheinungen bei der Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln ein. Dabei ist es nicht entscheidend, ob Sie diese Medikamente in einem akuten Fall zu sich nehmen. Denn Sucht beginnt dort, wo Sie nicht mehr z.B. ohne ein Schlafmittel einschlafen oder richtig durchschlafen können. Mussten Sie aber Schmerzmittel z.B. wegen einer Operation über längere Zeit einnehmen, kann dies durchaus zu einer Abhängigkeit führen. Bemerken Sie Entzugserscheinungen, wie Zittern, anhaltende Ängste oder Depressionen, müssen Sie handeln.

Als Angehöriger können Sie nur schwer erkennen, ob vielleicht eines ihrer Familienmitglied oder ein Bekannter betroffen ist. Achten Sie daher auf jede Veränderung, die der Mensch durchlebt. Wenn Sie sich unsicher sind, versuchen Sie ein behutsames und ruhiges Gespräch anzufangen. Und auch wenn es Ihnen schwer fällt, bedrängen Sie die betroffene Person nicht zu sehr, denn eine Besserung kann nur durch Selbsterkenntnis beginnen.

Bedenken Sie, dass es bei Medikamenteneinnahme immer zu Nebenwirkungen kommen kann. Gerade wenn Sie mehr als nur ein Medikament benötigen, kann es passieren, dass eine Wechselwirkung eintritt. Aus diesem Grund möchten wir Sie bitten IMMER Rücksprache mit ihrem Apotheker oder dem Arzt ihres Vertrauens zu halten, denn nur er kann Gefahren und Risiken für Sie abschätzen.

Wechselwirkungen treten aber nicht nur mit anderen Medikamenten ein, sondern können zudem mit anderen Genussmitteln wirken. Die Rede ist von Alkohol (mehr dazu 18. Blogbeitrag). Bereits im Jahr 2004 führte die Stiftung Warentest Untersuchungen zu der Wechselwirkung von Alkohol mit bestimmten Wirkstoffen in Medikamenten an. Bei einem Mittel gegen Bluthochdruck, kann durch die Einnahme von Alkohol die helfende Wirkung stark verringert werden. Zudem wirken Medikamente im Alter anders, deshalb gilt immer: Konsultieren Sie bei Problemen Ihren Arzt.

Ein offener Umgang mit diesem Thema ist wichtig, denn Schamgefühle muss man nicht haben. Eine Sucht kann bekämpft werden. Öffnen Sie sich z.B. einer Vertrauensperson, Arzt, Apotheker oder vielleicht eher einem Suchtberater. Diese betreuen Abhängigkeiten vieler Arten. Sie schaden damit nie nur sich selbst, sondern immer auch den Personen, die Ihnen nahe stehen. Gemeinsam aber, können Sie die Sucht bekämpfen. Viele Städte haben zudem Anlaufstellen, bei denen Sie immer Hilfe finden werden.
 

Quellen:

Videoà http://www.youtube.com/watch?v=o_YONOwt1hw

http://www.suchthilfe-wetzlar.de/hp-dateien/sucht.htm

http://www.bzga.de/pdf.php?id=906381a1721f8b01f3a506f99f9b3151
 
http://www.aktionswoche-alkohol.de/hintergrund-alkohol/medikamente.html

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