Sonntag, 28. April 2013

20. Blogbeitrag: Vorsicht Sturz!

Fast jeder von uns ist bereits einmal in seinem Leben gestürzt. Für den einen war es vielleicht einfach nur peinlich, für den anderen hatte es aber möglicherweise schwerwiegendere Folgen. Die Gefahr, Frakturen oder Brüche zu erleiden, steigt mit dem Alter.  

Zu stürzen gehört zu den allgemeinen Risiken jedes Menschen und dabei hat jeder Einzelne sein individuelles Sturzrisiko. Besonders die folgenden physiologischen Veränderungen können den Körper aus dem Gleichgewicht bringen:

-       Körperliche Einschränkungen
-       Verminderte Reaktionsfähigkeit
-       Beeinträchtigung der Sinnesorgane
-       Abnahme von Muskelmasse

Um jedoch Ihr persönliches Gefährdungspotenzial zu ermitteln bedarf es der Zusammenarbeit aller an der Betreuung beteiligten Berufsgruppen, also Medizinern, Therapeuten, Pflegefachkräfte und natürlich Ihnen. Dabei muss auf innere und äußere Faktoren geachtet werden. Innere Faktoren sind Ursachen, die bei der betreffenden Person selbst ausgelöst werden. Dazu zählen Krankheiten, aber auch körperliche und geistige Behinderungen sowie andere Gebrechen, die oft mit dem Älter werden kommen. Mit äußeren Faktoren sind die Umgebungsbedingungen des Einzelnen gemeint. Wie sind z.B. die Wohnverhältnisse, speziell bezogen auf Barrieren im Haushalt und dem Wohnumfeld. Mehr zu dem Thema Barrieren können Sie im 15. Blogbeitrag lesen.

Aufgepasst! Wenn sich innere oder äußere Faktoren bei Ihnen ändern, ändert sich zudem Ihr individuelles Sturzrisiko. In diesem Fall muss es neu eingeschätzt werden.

Um frühzeitig Stürze zu verringern oder ganz zu vermeiden, ist eine Sensibilisierung sinnvoll. Dabei ist die Klärung möglicher Stolperfallen ein kleiner aber wichtiger Schritt. Teppiche, Türschwellen, Lampen- oder Telefonkabel sowie ungünstig im Raum stehende Möbelstücke können einen Sturz auslösen. Zudem ist das sicher sitzende Schuhwerk eine einfache aber sinnvolle Vorbeugung.  Sie sehen schon, dass es viele Kleinigkeiten gibt, auf die man selten achtet und die Außenstehenden oft schneller auffallen.

Ebenso sollte man auf ausreichend Licht achten! Mit steigendem Alter benötigt man helleres Licht, um sich schneller und einfacher orientieren zu können. Ebenso ist helles Licht nützlich um die eigene Konzentration zu erhöhen.

Forscher aus Australien haben folgendes herausgefunden: „Wenn ältere, sturzgefährdete Menschen es schaffen, mehrmals täglich auf nur einem Bein zu stehen oder Hindernissen nicht ausweichen, sondern gezielt überwinden, dann können sie ihr Sturzrisiko weit besser senken, als mit einer bestimmten Zahl von täglichen Übungen“.

Ihrer Meinung nach ist „der Schlüssel zur Sturzprophylaxe die Integration des Kraft- und Gleichgewichtstrainings in den normalen Tagesablauf.“

„Dabei sollten die Teilnehmer folgende Kraft- und Gleichgewichtsübungen einbauen:

-       öfter mal seitwärts gehen
-       das Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagern
-       sich um die eigene Achse drehen
-       immer mal wieder abrupt die Richtung ändern oder
-       nur auf einem Bein stehen

Sie durften sich dabei natürlich zunächst noch gut festhalten, mussten dann aber mit der Zeit versuchen, immer weniger Halt zu benötigen. Auch Treppensteigen und sich dabei immer weniger am Geländer festhalten – sofern man sich sicher fühlt – sind Bewegungsabläufe, die man gezielt im Alltag üben kann.“

Bedenken Sie, dass Sie vielleicht als selbstständig pflegender Angehörigen nicht auf allen Gebieten der Experte für die Pflege ihres Schützlings sein können. Ihre Fähigkeiten, Fürsorge und Engagement sind absolut wichtig, nur bitte gestehen Sie es sich rechtzeitig ein, wenn Sie Hilfe benötigen. Nutzen Sie bei Ihrer Pflegeversicherung die Möglichkeit der Kombileistung, denn so stehen Ihnen alle Hilfsleistungen zur Verfügung. Informationen darüber auch im 11. Blogbeitrag.
 

Quellen:

http://www.heilberufe-online.de/pflegekolleg/hb/artikel/hb_2012_3_28_artikel.pdf

http://www.heilberufe-online.de/pflegeaktuell/meldungen/130412.php

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