Mittwoch, 3. April 2013

13. Blogbeitrag: Konflikte/ Aggressionen bei Menschen mit Demenz

Konflikte in der Pflege sind keine Seltenheit. Dabei auftretende Aggressionen können bei pflegenden Angehörigen sowie bei den Patienten auftreten. Um solche Situationen zu vermeiden, gilt es viele Dinge zu beachten.

Sie müssen sich stets im Klaren darüber sein, ob Sie wirklich dazu in der Lage sind einen Menschen zu pflegen, ob körperlich und/oder psychisch. Ziel der Pflege sollte es nicht sein einen Menschen an einen Ort zu binden, sondern dessen Mobilität soweit wie nur möglich zu erhalten. Bedenken Sie, dass der zeitliche Aufwand hierfür immens sein kann und immer von Ihrer freien Zeit abgeht. Zeit, die Sie vielleicht auch für sich selbst oder andere Familienangehörige brauchen.
Im Mittelpunkt dieses Blogs sollen Demenzpatienten stehen.
Im Verlauf der Krankheitsentwicklung bei Demenzpatienten sind Gemüts- und Verhaltensänderungen nicht ungewöhnlich. In einer Studie aus der Schweiz wurde festgestellt, „dass sich in Heimen je nach Pflegesituation bis zur Hälfte der Demenzpatientinnen und -patienten verbal oder physisch aggressiv verhalten“.
Betroffene verlieren ganz einfach das Bewusstsein für alltägliche Abläufe, die für uns normal erscheinen. So kommt es, dass sich Demenzpatienten schneller unsicher fühlen. Es rührt daher, dass die Möglichkeiten der Kommunikation eingeschränkt werden. Dies führt zu einem Zustand der Überforderung, der in Depression und Frustration umschlagen kann. Aus Frustration entsteht Aggression.

Es mag erschreckend erscheinen. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass es lediglich eine ganz natürliche Abwehrreaktion des Dementen auf eine für Ihn bedrohliche Umgebung darstellt. Die Demenz begünstigt zudem den Abbau von Hemmungen und Selbstkontrolle. Flüche, Beleidigungen und körperliche Gewalt sind nicht unüblich als Begleiterscheinungen der Krankheit. Dies dürfen Sie sich nicht zu Herzen nehmen, denn es ist keinesfalls persönlich gegen Sie gerichtet.

Die Schweizerische Alzheimervereinigung Uri/Schwyz hat einen Katalog mit Verhaltensregeln im Umgang mit Demenzpatienten erstellt:    

http://www.alzheimerurischwyz.ch/udoc/24.pdf

Ebenso hat das Deutsche Grüne Kreuz ein paar Ratschläge zusammengestellt:

http://dgk.de/gesundheit/verhalten-geist-psyche/alzheimer-demenz/tipps-fuer-angehoerige.html

Treten Aggressionen auf, können Sie aber versuchen mit diesen paar einfachen Ratschlägen beruhigend einwirken:

- Versuchen Sie die umgebenden Reize zu reduzieren. Zu viele Eindrücke können verwirrend und beängstigend wirken

- bei auftretender Aggression versuchen Sie den aufgebrachten Patienten     abzulenken. Dafür eignen sich Musik, die  die betreffende Person gerne mag oder auch eine Arbeitsaufgabe, die gern erledigt wird

- Vermeiden Sie „Bestrafungen“ oder Beleidigungen, um die Situation nicht unnötig zu verschärfen

Aggressionen können auch bei Ihnen selbst zu Tage treten. Stress im Beruf oder Familie, Überforderung bei der Pflege einer geliebten Person und wenig bis gar keine freie Zeit lassen Aggressionen anwachsen.

Suchen Sie sich professionelle Hilfe, sobald Sie merken, dass Sie überfordert sind. Es ist kein Zeichen von Schwäche oder Herzlosigkeit, dass Sie mit Ihrer Situation vielleicht nicht mehr zurechtkommen.

Hilfe zu finden, ist nicht immer einfach. Unser Konzept für den Denkmalhof in Merseburg sieht vor, dass unser multiprofessionelles Team Ihnen mit Rat & Tat zur Seite steht. Wir helfen Ihnen in Extremsituationen, wenn Sie selbst nicht mehr weiterwissen. Immer zu Ihrem Wohl und selbstverständlich zum Wohl Ihres Schützlings.

Dies gilt für alle und nicht nur für jene, die direkt im Denkmalhof leben werden. Deshalb können Sie uns auch jetzt schon offen ansprechen. Demnächst entsteht in Bad Dürrenberg eine Betreuungsgruppe mit einer der neusten Therapieformen im Bereich demenzielle Erkrankungen.

 

Ansprechpartnerin ist Frau Nicole Schäfer (PDL).


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