Dienstag, 26. März 2013

9. Blogbeitrag: Hilfe zur Interpretation von Pflegenoten

Im fünften Blogbeitrag wurde bereits ein erster Einstieg zum Thema Pflegenoten gegeben. Deshalb soll nun eine kleine Hilfestellung ermöglichen, dass Sie die Pflegenotenergebnisse besser hinterfragen können.

In Sachsen-Anhalt gab es 2012 insgesamt 630 ambulante Pflegedienste. Der Landesdurchschnitt der Benotung lag bei 1,5.

Im stationären Bereich (Heime) gab es ca. 450 Einrichtungen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 1,2.

Da stellt sich doch die Frage, wie eine bereits 2007 durchgeführte repräsentative Studie zu einem anderen Ergebnis der Benotung, durch Betroffene kommt?

„Befragte über 50 Jahre nannten die Aspekte:
-       ganzheitliche Betreuung
-       gut ausgebildetes Personal
-       Qualität der Pflege
-       gute medizinische und therapeutische Versorgung

bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung als besonders wichtig. Zugleich nimmt nur etwa die Hälfte der Befragten aller Altersgruppen den Ist-Zustand bei diesen Kriterien als befriedigend (3,0) wahr.“

Um die Gesamtbenotung einer Einrichtung etwas „transparenter“ zu verstehen, kann man sich in die einzelnen Teilbereiche hineinlesen.

Pflegerische Leistungen (Beispiele)




Erläuterung für oben:
Hier wurden fünf Personen befragt bzw. anhand der Pflegedokumentation festgestellt, ob das Kriterium erfüllt wurde.
 
 
 
Erläuterung für oben:
Für dieses Kriterium wurde nur eine Person berücksichtig, da die restlichen vier Personen keine Leistungen des Lagerns erhalten. Anhand der Pflegeplanungsunterlagen versucht der MDK festzustellen, welche Maßnahmen wirklich durchgeführt wurden und welche nicht. Allerdings existieren keinerlei Vorgaben, welche Angaben detailliert aufgeschrieben werden müssen (offizielle Pflegeplanung). Übrigens für  keine der Pflegestufen!
 
Denn das was für eine Pflegestufe 2 völlig in Ordnung ist, wäre bei einem Klienten mit einer Pflegestufe 3 mangelhaft (5,0). Zudem sei darauf hingewiesen, dass eine 1,0 bei fünf Patienten genauso viel „wiegt“ wie eine 5,0 bei einem einzigen Patienten.

Die Bewertung durch den MDK für Einrichtung bzw. ambulante Pflegedienste kann unmöglich das gesamte Spektrum des Lebens und des Arbeitens aller Beteiligten erfassen! Sie, die sie sich über die Pflegenote ein besseres Bild über die Einrichtung machen wollen, erfahren nichts über die Pflegebedürftigen, ihre Krankengeschichte und Möglichkeiten der Selbstversorgung. Hier ist es zum Beispiel ausschlaggebend, ob der Pflegebedürftige eine Wechseldruckmatratze zur erheblichen Verringerung von Dekubitus von der Krankenkasse bezahlt bekommt oder selbst finanzieren muss. Wird diese bei erhöhtem Dekubitusrisiko nicht finanziert, ist der Pflegedienst weitaus mehr beeinträchtigt seinen Pflichten nachzukommen.

Vorwiegend, so scheint es, wird versucht eine Verbesserung der einzelnen Bereiche:

- Wohnen
- Hauswirtschaft
- und Betreuung anzustreben.

Kriterien, die diese Bereiche betreffen, können wesentlich schneller zu einer besseren Gesamtbenotung beitragen. Deshalb ist es nicht unüblich, dass eine Wiederholungsprüfung durch den MDK beantragt wird. Zwar ist diese zweite Prüfung dann kostenpflichtig, aber eine positivere Außenwirkung kann dadurch wieder hergestellt werden.

Prinzipiell werden zwar aus der Benotung Anhaltspunkte gewonnen, allerdings keine tatsächlichen Gegebenheiten.    

Bei der Wahl seines Pflegedienstes sollte man sich klar sein, welches Kriterium für einen selbst die größte Aussagekraft besitzt. Am besten ist es immer noch, wenn Sie sich vor Ort selbst informieren oder die Erfahrungen anderer nutzen.

Zu Fragen der Wertung, bezüglich einzelner Pflegenoten, helfen wir Ihnen gerne weiter. Schreiben Sie uns einfach.

 
Quelle:

http://www.altenheim.net/Infopool/Nachrichten/Mehrheit-der-Generation-50-plus-unzufrieden 

www.pflegelotse.de

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