Montag, 18. März 2013

5. Blogbeitrag: Wie funktioniert das mit den Pflegenoten?

Immer wieder liest man von den sogenannten „Pflegenoten“, also der Bewertung eines Pflegedienstes bzw. eines Pflegeheims durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, kurz MDK.

Dabei werden unmittelbar zwei Fragen aufgeworfen:

1. Wie werden die Pflegenoten vergeben?

Bei den Pflegenoten handelt es sich primär um eine Qualitätsprüfung des MDK. Die Prüfungen erfolgen meist extrem kurzfristig, das bedeutet, dass der Pflegedienst einen Tag vorher die Ankündigung einer Kontrolle erhält. Manchmal steht der MDK aber auch unangemeldet vor der Tür. Dabei ist es unerheblich, ob der Pflegedienstanbieter einwilligt, denn dieser ist gesetzlich dazu verpflichtet.

Wiederum drei Teilbereiche bilden die eigentliche MDK-Prüfung.

Die Schwerpunkte liegen bei:

- „pflegerischer Leistung“ (17 Bewertungskriterien)

- „ärztlich verordnete pflegerische Leistung (10 Bewertungskriterien)

- „Dienstleistung und Organisation“ (ebenfalls 10 Bewertungskriterien).

 
Es werden Punkte pro Kriterium vergeben, aus diesen der Mittelwert gebildet und anschließend daraus eine Note geformt.

Ein vierter  Teilbereich, welcher nicht zu den anderen zählt, sondern separat gewertet wird, ist die „Befragung der Kunden“ (12 Bewertungskriterien).

 
2. Welche Aussagekraft besitzen die Noten?

Zunächst einmal müssen die Landesverbände der Krankenkassen sicherstellen, dass die Noten übersichtlich, vergleichbar und vor allem kostenfrei veröffentlicht werden. Ähnlich wie bei den Schulnoten entspricht eine 1,0 dem sehr gut und geht bis hin zu eine 5,0, also mangelhaft.

Die Einzel- und Gesamtbenotungen finden sich im Internet bei www.pflegelotse.de.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass man weiß, dass nicht alle Kunden befragt werden. Es wird mit Stichproben gearbeitet, so dass jede Prüfung individuell ausfallen kann.

Hinzu kommen weitere Schwierigkeiten, die nicht zusätzlich durch den MDK aufgeführt werden.

Ein kurzes Beispiel: Der Pflegedienst hat vor zwei Tagen einen neuen Patienten bekommen. Heute stehen die MDK-Prüfer vor der Tür und wollen alle Unterlagen sichten. Nun ziehen sie als Stichprobe genau diesen einen Patienten, der erst seit sehr kurzer Zeit betreut wird. Sicherlich ist es nachvollziehbar, dass es unmöglich ist, bereits eine komplette Pflegedokumentation oder alle ärztlichen Verordnungen vorliegen zu haben. Unvollständige Unterlagen verschlechtern so zwangsläufig die Note, unabhängig davon, dass man für alle anderen Patienten lückenlose Unterlagen vorweisen kann.

Bei der Wahl seines Pflegedienstes sollte man sich klar sein, welches Kriterium für einen selbst die größte Aussagekraft besitzt. Am besten ist es immer noch, wenn Sie sich vor Ort selbst informieren oder die Erfahrungen anderer nutzen.

Unsere Benotung können Sie ausführlich unter der Rubrik „Über GPS“ einsehen.

 
Quellen:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__115.html
www.pflegelotse.de 
www.pflegenoten.de

 

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