Freitag, 15. März 2013

4. Blogbeitrag: Einsamkeit in Mitten der Gesellschaft

Einsamkeit im Alter ist nicht einzig und allein ein soziales Problem. Kinder und Enkelkinder bereichern das Leben. Oftmals wohnen diese aber nicht in unmittelbarer Nähe bzw. haben sie nicht täglich Zeit. Fehlende soziale Anbindung an die Umgebung begünstigen zudem ernsthafte Erkrankungen, wie Alzheimer. Zu diesem Ergebnis kommt eine in den USA durchgeführte Studie. In Schweden ergab eine ähnlich aufgebaute Studie, „dass Alleinlebende und Personen ohne engere soziale Bindungen“ ein doppelt so hohes Risiko für einen Demenzausbruch haben.

  „Von den über 65-jährigen Frauen in Deutschland lebt rund die Hälfte allein, bei den älteren Männern ist es nur jeder fünfte.“

 Weshalb sind es so viele Frauen? Die Antwort ist recht einfach zu finden: Sie haben einfach eine höhere Lebenserwartung. Ganz so einfach ist es dann aber bei näherem Hinsehen nicht. Laut dem Ärzteblatt litten ältere Frauen häufiger an Gebrechen, Angst und Depression. Dabei sind Frauen besser in der Lage eben jene Leiden auszugleichen. Eine andere Studie kommt dabei zu folgendem Ergebnis:
 
Die Qualität des sozialen Netzes spielt eine entscheidende Rolle.“

Gemeint ist damit die Anbindung an die Gesellschaft, bei der Frauen mehr darauf bedacht sind Freundschaften intensiver zu pflegen. Männer hingegen hätten mehr Kontakt zu ehemaligen Arbeitskollegen, die für sie allerdings keine Vertrauenspersonen darstellen.

 „Wenn die Senioren über ein intaktes Netz von Sozialkontakten verfügen, empfinden sie es nicht als Belastung, allein zu leben.“

 So heißt es weiterhin in der Studie, durchgeführt von der Klinik für Psychosoma­tische Medizin und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar in München.

Das Denkmalhofprojekt (39. Blogbeitrag) ist darauf ausgerichtet, genau an dieser Stelle anzuknüpfen.

Im Vordergrund steht natürlich das barrierefreie und quartiersnahe Wohnen. Damit ist jedoch niemanden geholfen, wenn es keinen Grund gibt die Wohnung auch mal zu verlassen.

Für ein intaktes Netz von Sozialkontakten ist es notwendig ein gut ausgebautes Netzwerk mit Netzwerkpartnern zu haben. Es ist niemanden damit geholfen, dass Treffen erzwungen oder Vorschriften gemacht werden. Vielmehr soll es die Aufgabe von den Netzwerkpartnern sein, die sozialen Kontakte zu ermöglichen. Sei es bei einem Kaffeeplausch, beim Einkauf, beim Spazierengehen oder vielleicht sogar beim Sport, wichtig ist, dass Jung & Alt ungezwungen zueinander finden können.

Älterer Mitbürger sollten die Chance haben, Kontakte zu den Jüngeren zu finden. Ob bei der Nachhilfe für Schüler oder der Betreuung von Kindern, in der älteren Generation stecken Potenzial und Tatkraft. Es ist daher nicht nur wichtig, dass wir es erkennen, sondern Anerkennen.

Letztendlich soll die Neugestaltung des Denkmalhofes der  Gemeinschaft aller Bürger zu Gute kommen, wobei die Pflege eine wichtige, aber nicht überbewertete Rolle spielen soll !


Quellen

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53620/Einsamkeit-im-Alter-bei-Maennern-und-Frauen-gleich-haeufig

http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=0546

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