Freitag, 29. März 2013

10. Blogbeitrag: Pflege, kommt jetzt die Depression?

Der Pflegebereich ist ein großer Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik. Dennoch hat man immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. Menschen gestehen sich nur selten ein, dass sie vor allem im Alter externe Hilfe benötigen. Es wird als ein Zeichen der Schwäche gedeutet, dass man Pflegemaßnahmen in Anspruch nehmen muss. Je höher die Pflegestufe, desto schwächer wirkt man auf seine Umgebung. Kommen neben den körperlichen Gebrechen noch geistige hinzu, empfinden sich die älteren Leute oftmals als Last.  Es ist daher nachvollziehbar, dass man sich keine Blöße gegenüber der Familie, den Freunden und der Gesellschaft im Allgemeinen geben möchte.

Nicht immer kann die Familie 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen, um sich um Angehörige zu kümmern. Dies hat ebenso wenig mit Pflichtvergessenheit, Anteilslosigkeit oder Gleichgültigkeit zu tun !  

Man muss immer bedenken, dass Angehörige sich um ihre Familie kümmern oder arbeiten gehen müssen. Die zusätzliche Anstrengung überfordert viele Menschen, egal wie groß die Liebe ist. Steigen Stresspegel und Überforderung, kann sich ein ehemals liebevolles Verhältnis wandeln und in Aggression umschlagen.

An dieser Stelle ist Umdenken gefragt. Die Bedenken sind verständlich, dennoch unnötig. Die Pflegeversicherung wurde eingeführt, um Menschen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können. Die Pflege ist ein professionelles Berufsfeld, dessen Bedeutung und Engagement zu würdigen sind.

Einen Angehörigen pflegen zu lassen, bedeutet, diesen in ein professionelles Umfeld zu bringen, sei es ambulant oder stationär, um dem geliebten Menschen die Versorgung zukommen zu lassen, um die sich der zu Pflegende selbst oder die Angehörigen nicht kümmern können.

Die Pflegekräfte lernen in ihrer Ausbildung und in ihren Fortbildungen die unterschiedlichsten Krankheitsbilder kennen. Da es für sie das täglich Lohn und Brot bedeutet, haben sie einen dementsprechend großen Wissensschatz und können ganz genau erkennen, welche Behandlungen notwendig sind bzw. wann fortführende Maßnahmen erforderlich sind.

Dabei spielt ebenso die Pflegestufe eine Rolle. Je höher die Pflegestufe, desto höher das Pflegebudget. Es kommt dennoch vor, dass Angehörige oder Pflegebedürftige eine Höherstufung ablehnen, sei es wegen der eigenen Mehrkosten oder wegen psychischen Komponente. Damit ist gemeint, dass der Pflegebedürftige sich selbst nicht eingestehen möchte, dass dieser mehr Pflege braucht, als bisher.

Das mögliche Pflegebudget sollte immer den Pflegebedürftigen zur Verfügung stehen und dient nicht der Versorgung weiterer Angehöriger.

 
Unsere Empfehlung ist, bei der Beantragung einer Pflegestufe die Kombileistung zu wählen. Hier halten sich die Angehörigen und zu Pflegenden alle Optionen der idealen Pflegeversorgung offen.
Mehr zum Thema Kombileistung im nächsten Blockbeitrag.


Quellen:

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article108631005/Wie-pflegende-Angehoerige-ihre-Wut-zaehmen-lernen.html

http://www.bmg.bund.de/pflege/wer-ist-pflegebeduerftig/pflegestufen.html

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